Der lange Schatten des Sommers…

 

Eigentlich sind diese langen Farbverläufe (im modesprech ombré genannt oder auch gradient auf Englisch) nichts Neues… wir haben sie alle schon mal gesehen, und sei es nur als Batik T-Shirt in längst verdrängten Jugendtagen oder meine persönliche Lieblingserinnerung, weil so schön: Gwen Stefanis Brautkleid – googelt das einmal! Seit einiger Zeit taucht das Thema aber vermehrt in der Handarbeitswelt auf auf – und das meine ich jetzt nicht nur, weil Kathi nicht genug von ihrer Regenbogenwolle kriegen kann… sondern weil es tatsächlich immer mehr Anleitungen und Wolle für die Freunde langer Farbverläufe, von dezent bis kreischbunt am Markt gibt. Ich finde das großartig, weil es so viel Spaß macht und auch richtig schön sein kann.

P1030241regenbogenklein

Zum einen fallen mir immer mehr Muster auf, die Farbverläufe inkludieren, sei es aus abgestimmten Garn-Kits wie Melanie Bergs “The Joker and the Thief” (http://www.ravelry.com/patterns/library/the-joker-and-the-thief) oder die Jacke “Fading Lines” von Joji Locatelli (http://www.ravelry.com/patterns/library/fading-lines), sei es mit Hilfe spezieller Stricktechniken, sodass die Übergänge zwischen den Farben wie Wasserfarben verlaufen. Purl Sohos “Gradient Cowl” (http://www.ravelry.com/patterns/library/gradient-cowl-3) ist ein super Beispiel dafür oder auch die Babydecke “Undercover” der Färberin Beata Jezek (http://www.ravelry.com/patterns/library/undercover). Die Stricktechnik ist ja eigentlich nicht so speziell: Man strickt zuerst mit doppeltem Faden in der einen Farbe und ersetzt dann einen davon mit einer anderen Farbe und später auch den zweiten, fertig ist ein verlaufender Übergang, vor allem, wenn die Farben verwandt sind.

dibadukleinGradient-Set von http://www.dibadu.de/

Das gibt es natürlich auch direkt aus der Wolle, und das nicht in kurzen, sondern in langen Verläufen: Ingrid Klecatsky stellt nach dem gleichen Prinzip wunderschöne, gefachte Farbverlaufsgarne her, die sie in der Wollmeile und über www.maschenwerk.at verkauft. Ich habe mich ja schon einen Vorrat an Farbenzauber gelb-rot-pink-lila zugelegt, und dass Kathi sich von ihrem Regenbogen nicht mehr trennen mag, ist doch wirklich offensichtlich…

maschenwerkklein

 

Direkt aus dem Farbbad kommen die langen Verläufe der dänischen und estnischen Verlaufswollenmarken Kauni (erhältlich im zwei-glatt-zwei-Verkehrt in der Josefstädterstraße oder beim Schwarzen Schaf in Dornbirn) oder Aade bzw. Evilla-Wolle. Der Unterschied zu oben ist, dass hier nicht verschiedenfärbige Fäden nacheinander ineinander verzwirnt werden, sondern dass ein bereits verzwirntes Garn gefärbt wird. Der Nachteil dieser Marken ist, dass manchmal unpassende Knoten auftauchen und die Wolle, weil nicht superwash, manchen nicht weich genug ist. Eine schöne Alternative, und auch noch handgefärbt, kommt aus Budapest, von Zsofi Czongor. Leider habe ich nur das Gefühl, dass die Wolle auf ihrem Etsy-Shop etwas 50% teurer ist, als auf ihrer ungarischen Website www.bilum.hu, was mir doch etwas sauer aufstößt.

Farbverlaufswolle kann man aber auch selber machen, mit Lebensmittelfarbe und einer Spritze. Ich war ja bislang zu feige dazu, aber eine Freundin hat das schon ausprobiert und ein wunderschönes Ergebnis erzielt. Vielleicht traue ich mich doch einmal drüber, denn so ein hübsches kleines Tuch wie “the Triangle” (http://www.ravelry.com/patterns/library/the-triangle) würde mich schon reizen.

Was meint ihr zu diesem Trend?

 

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